Wunsch und Expression

Vielleicht beginnen ja auch Sie den Jahresanfang mit der Frage: „Was will ich dieses Jahr für mich?“ Was will ich wirklich, was ist mir wirklich wichtig? Was will ich erreichen?“
„Gibt es für mich neue Schwerpunkte oder gar ganz neue Wege?“

Kostbar hierbei sind immer die Fragen, die Sie sich stellen. (Vor allem wenn es die Richtigen sind). Denn im Fragemodus beginnt unser Hirn neue neuronale Verschaltungen zu entwickeln, der gedanklich-emotionale Ausblick, die Vision, regt unser Hirn an und somit auch unseren Körper. Bewegung, Erregung passiert nicht nur im Oberstübchen sondern auch in den restlichen ein bis zwei Metern darunter.
D.h. in diesem Modus sind wir bewegt, offen neugierig.

Zum anderen ist es ganz wichtig Raum zugeben für das, was uns das Leben zuspielt.

So gilt es stets eine feine Linie zu ziehen, und eine Balance zu halten zwischen Loslassen und Intention, im Englischen: surrender and intention. 
Ins Tun kommen ohne Druck, Zwang, Verbissenheit oder Aktionismus. Also ohne Stress.
In den Fluß kommen weniger aus Bestrebungen der Egostruktur (Erfolgszwang, Konkurrenz, Neid) statt dessen in Fluß kommen in Bewunderung und Ehrfurcht was alles möglich sein könnte…anders oder besser sein könnte…
Sich fragen wozu hab ich wirklich Lust. Die Spielerische, neugierige Lust, Dein Potential zu zulassen, neu auszurichten und dem Schicksal ( Gott, Cosmos…dem Leben ) Raum zu geben, auf Dich zutreten zu können, Dich an der Hand zu nehmen, noch unbekannte Türen zu öffnen. Kurz: Dich überraschen zu lassen. ( Eben nicht nach dem Motte „das Leben ist passiert während ich Pläne machte“).
Was uns von Letzterem abhält ist häufig Angst und Kontrollzwang sowie das Bedürfnis nach Sicherheit.

Sind wir in dem spielerischen, lustvollen, kreativen Zustand, ähnlich dem eines Kindes, bleibt unser mind offen-so auch der Körper. Denn alles was wir denken und fühlen manifestiert sich im Körper. Spannung, Anspannung, Verspannung (Druck, Stress und Verbissenheit) machen unseren Körper steif und unbewegt. Beliebte Regionen sind hier der Unterkiefer, Hals- Nackenbereich und die Region um die Lendenwirbelsäule, der untere Rücken. Das geistige Festhalten wird zum körperlichen Festhalten, der ganze Mensch wird fest und steif.
Sichtbar wird das vor allem im Gehen, Stehen und in der Stimme. Schon Samy Molche sagte:
der Mensch spricht wie er sich bewegt.
Die Bewegungen sind unkoordiniert und fest, die Stimme ohne Timbre, hart und/oder brüchig.

Unser Körperausdruck, unsere Stimme, unsere gesamte Expression ist lebendig, anmutig und elegant, wenn wir loslassen, offen und entspannt sind.
Freudige Erwartung steigert unsere Energie, unser Mitteilungsbedürfnis, lässt unseren Körper von alleine sprechen. Kinder müssen nicht Körpersprache erlernen, oder wie man die Stimme einsetzt, sie tun es einfach…
und Sie?

Tipps

Imagination

Verinnerlichen Sie sich das Bild eines Tigers: die Eleganz seines Körpers in der Bewegung, die vom Kopf über die Mitte bis in den Zeh des Hinterläufers geht.

Oder stellen Sie sich vor Sie wären ein Bambus im Wind. Ein langer Halm, der durch die äußere Bewegung (Wind) selbst in Bewegung gesetzt wird. Lassen Sie den Wind, die Luft durch sich hindurch, lassen Sie sich vom Leben, vom Raum um Sie herum bewegen. Erlauben Sie Resonanz und Schwingung.

Aktive Übung

Werfen Sie und schütteln Sie aus einem inneren Impuls ihre Gliedmaße: Arme, Beine, Kopf, Oberkörper in den Raum und nutzen Sie den Ton als Unterstützung, somit befreit sich Ihr Körper von Verspannungen und aggressiven Gefühlen.

 

Gehen Sie durch den Raum und fühlen Sie wie Sie sich im Raum Ihren Raum nehmen, wie Sie die Luft um sich in Bewegung bringen, wie Sie symbolisch eine Welle kreieren. Lassen Sie Ihre Stimme im Raum ertönen, machen Sie Laute, sprechen Sie assoziativ Text…

Nehmen Sie wahr wie viel Raum im Körper zur Verfügung steht, wenn der Hals ganz lang sein darf, der Kopf auf der Wirbelsäule balancieren darf, der Rücken lang und weit sein darf und ihr Becken frei beweglich und sich in ihrem Becken, ähnlich wie in einer Wanne alle inneren Organe Raum nehmen und durch die Tiefen-Atmung leicht hin und her gewogen werden.

Um so erstaunlicher zu wissen, dass wir, der menschliche Körper zu 99,999999999 % aus leerem Raum besteht laut Kenntnissen der Wissenschaft, ähnlich dem Universum. Und nur über unser Bewusstsein manifestiert sich dieser Raum. Über Beobachtung, Sinn und Verstand wird er Realität. Es ist der Raum aller Möglichkeiten. Ein faszinierender Mikrokosmos. Und hiermit sind wir beim nächsten Blog Thema: die Bewusstheit.

Sonja Schmidt